Hühner füttern –
Was fressen Hühner?

Was Hühner fressen dürfen, was sie nicht vertragen und wie sich der Bedarf nach Lebensphase unterscheidet – der komplette Fütterungsguide.

🌾 Alleinfuttermittel 🚫 Giftige Lebensmittel 🐣 Küken vs. Legehennen 🦴 Kalzium & Magengrieß
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Grundfutter – die Basis der Ernährung

Hühner brauchen als Grundlage ein Alleinfuttermittel – kein Körnermix, kein Küchenreste-Sammelsurium. Alleinfuttermittel enthält alle essenziellen Nährstoffe in der richtigen Balance.

Die drei Grundfutterarten im Vergleich

FormVorteileNachteile
Mehl / SchrotHühner können nicht sortieren, alle Nährstoffe aufgenommenStaubt, manche Hühner mögen es weniger
PelletsSauber, wenig Verschwendung, schnell gefressenWeniger Beschäftigung, manche Hühner bevorzugen Körner
Körner-Mischung alleinHühner lieben esNICHT als Alleinfutter geeignet – fehlende Vitamine, zu wenig Protein

Tagesbedarf

  • Legende Henne: ca. 100–130 g Alleinfuttermittel täglich.
  • Freilandhaltung mit gutem Bewuchs: Bedarf sinkt deutlich, da Insekten, Würmer und Gräser ergänzt werden.
  • Körner abends in kleinen Mengen als Ergänzung: max. 20–30 % der täglichen Ration.
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Tipp: Mehl vs. Pellets Für Küken ist Mehl/Schrot besser, weil die kleinen Pellets schwerer zu verarbeiten sind. Für legende Hennen sind Pellets praktischer. Manche Hühner bevorzugen hartnäckig das Eine oder das Andere – teste was deine annehmen.
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Was Hühner NICHT fressen dürfen

Hühner fressen vieles – aber nicht alles ist sicher. Diese Lebensmittel und Pflanzen können ernsthaft krank machen oder tödlich sein:

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Sofortgefahr: Avocado (enthält Persin – in allen Teilen, tödlich für Vögel), rohe Bohnen (Phasin-Vergiftung), Schokolade (Theobromin). Diese niemals verfüttern.
Avocado (alle Teile)Enthält Persin – bei Vögeln schwer toxisch, führt zu Herzversagen.
Rohe BohnenEnthalten Phasin, das erst durch Kochen abgebaut wird. Roh = giftig.
Schokolade & KakaoTheobromin schädigt das Herz-Kreislauf-System von Hühnern.
Grüne/rohe Kartoffeln & KrautSolanin in grünen Stellen und Blättern – giftig, wenn in größeren Mengen.
Zwiebeln & Knoblauch (viel)In kleinen Mengen okay, in großen Mengen führt's zu Blutarmut.
Salz in großen MengenKann zu Wasservergiftung führen. Gesalzene Snacks nie füttern.
NachtschattengewächseBlätter und unreife Früchte von Tomaten und Auberginen sind giftig (Solanin).
Schimmliges Futter jeglicher ArtMykotoxine aus Schimmel können zum Tod führen. Niemals schimmliges Futter.

Giftige Gartenpflanzen

Im Freiland picken Hühner an Pflanzen. Diese im Auslauf oder in Reichweite vermeiden: Efeu, Fingerhut (Digitalis), Goldregen, Lupinen, Eibe, Oleander, Herbstzeitlose. Hühner meiden Giftpflanzen oft instinktiv, aber verlasse dich nicht darauf.

Gut zu wissen: Ausgereifte Tomaten, gekochte Kartoffeln (ohne grüne Stellen), Mais, Salat, Spinat, Kürbis – alles kein Problem. Die Frucht ist immer okay, Blätter und grüne Teile der Nachtschattengewächse nicht.
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Extras & Leckereien – was Hühner lieben

Leckereien bereichern den Alltag der Hühner, fördern die Bindung und können sinnvolle Nährstoffe liefern. Aber: maximal 10–15 % der täglichen Ration. Mehr verdrängt das Alleinfuttermittel.

LeckereiVorteilMenge
Mehlwürmer (Mealworms)Hohes Protein, Hühner lieben sie – ideal zum Vertraut-MachenTägl. kleine Menge okay
Haferflocken (trocken)Gute Energie, besonders im WinterHandvoll täglich
Kürbis & ZucchiniVitamine, Wasser, Parasiten-abwehrend (Kürbiskerne)Täglich okay
Mais (frisch oder getrocknet)Energielieferant im Winter, sehr beliebtMaßvoll – macht fett
Grüne KräuterOregano, Thymian, Minze – aromatisch und leicht gesundheitsförderndNach Belieben
Gekochtes Ei (gehackt)Hochwertiges Protein – gut nach Mauser oder Krankheit1–2× pro Woche
WassermeloneIdeale Abkühlung im Sommer, Hühner lieben esIm Sommer täglich
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Mehlwürmer sind das beste Trainings-Tool. Hühner die regelmäßig Mehlwürmer aus der Hand bekommen, lassen sich deutlich leichter fangen, untersuchen und behandeln. Wer vorsorgen will, legt damit früh los.
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Fütterung nach Lebensphase

Der Nährstoffbedarf ändert sich dramatisch mit dem Alter. Falsches Futter in der falschen Phase verursacht echte Schäden.

PhaseAlterFutterKalziumProtein
Kükenstarter0–8 WochenKükenstarter-MehlNiedrig (0,8–1%)Hoch (18–20%)
Aufzuchtfutter8–18 WochenJunghennen-/AufzuchtfutterMittel (1–2%)Mittel (16–18%)
LegefutterAb 18–20 WochenLegemehl oder -pelletsHoch (3–4%)Mittel (15–16%)
Althennen ab 3 J.Ab ca. 36 MonateLegemehl + weniger LeckereienHochNormal
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Niemals Legemehl an Küken! Legemehl enthält 3–4 % Kalzium. Küken die das fressen, leiden an Nierenschäden durch Hyperkalzämie. Dieser Fehler ist häufig und vermeidbar. Wer Küken hält, braucht zwei verschiedene Futterarten.

Ausführlicher Ratgeber zum Kükenfutter inkl. Produktvergleich: Kükenfutter im Vergleich →

Mehr zur Kokzidiose durch verseuchte Einstreu – wichtig wenn Küken im Freiland oder auf Bestandsboden gehalten werden: Kokzidiose bei Küken →

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Selbstgemachter Kükenstarter – Rezept & Zutaten erklärt

Kein Kükenstarter zur Hand, ein frisch geschlüpftes Gelege oder du willst die ersten Tage natürlich überbrücken? Dieser einfache Hausmix aus fünf Zutaten liefert alles was Küken in der ersten Lebenswoche brauchen – und du hast die meisten davon wahrscheinlich schon zuhause.

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Kein Ersatz für kommerziellem Kükenstarter auf Dauer. Dieser Mix enthält kein Kokzidiostatikum. Küken die auf bestehendem Boden oder im Freiland gehalten werden, brauchen ab Woche 2–3 kommerziellen Starter mit Schutz gegen Kokzidiose. Der Mix eignet sich ideal für die ersten 5–10 Tage oder als tägliche Ergänzung. Was ist Kokzidiose? →

Die Zutaten – und was jede bewirkt

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Haferflocken fein

Leicht verdauliche Kohlenhydrate als Energiebasis. Feine Haferflocken sind die perfekte Körnung für kleine Schnäbel – kein Mahlen nötig. Enthalten auch etwas Protein und Eisen.

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Karotten gerieben

Reich an Beta-Carotin (Vitamin A-Vorstufe) → stärkt Augen, Haut und Immunsystem von Tag 1. Gibt dem Mix etwas Feuchtigkeit, damit er nicht staubt. Fein reiben für sehr junge Küken.

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Gekochtes Ei

Der Proteinstar des Mix: ~13 g Protein pro 100 g, alle essentiellen Aminosäuren, leicht verdaulich. Kein Zufall – in der Natur ist das Ei das erste Futter des Kükens (Dottersack). Hart kochen, fein hacken oder stampfen.

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Brennessel (getrocknet)

Überraschend nährstoffreich: Eisen, Kalzium, Vitamin K, Vitamin C, Chlorophyll. Wirkt entzündungshemmend und unterstützt die Darmgesundheit. Unbedingt getrocknet und fein gemahlen verwenden – getrocknete Brennessel sticht nicht mehr.

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Bierhefe

40–50 % Proteingehalt, vollgepackt mit B-Vitaminen (B1, B2, B6, B12, Folsäure), Zink und Selen. Fördert Darmflora und Immunsystem von Anfang an. Sehr feines Pulver – mischt sich perfekt in den trockenen Anteil ein. Aus dem Reformhaus oder Supermarkt.

DIY Kükenstarter selbst machen: Haferflocken, geriebene Karotten, hartgekochtes Ei, Brennessel, Bierhefe – alle Zutaten in einer Schüssel mischen

Rezept – Tagesration für 6–8 Küken (Woche 1–2)

ZutatMengeVorbereitung
Haferflocken fein4 ELTrocken, direkt verwenden
Karotten gerieben1 ELFein reiben, kurz vor dem Füttern
Gekochtes Ei1 EiHart gekocht, fein gehackt oder gestampft
Brennessel getrocknet1 TLFein gemahlen (Mörser oder Kaffeemühle)
Bierhefe½ TLPulver direkt unter den Mix mischen
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Zubereitung: Alles zusammenmischen. Der Mix soll leicht feucht, aber nicht klumpig sein – die geriebene Karotte gibt genau die richtige Konsistenz. Immer frisch zubereiten, nie auf Vorrat mischen – feuchte Mischungen schimmeln schnell. Auf einem flachen Teller oder Deckel anbieten, damit die Küken leicht rankommen.

Wann auf kommerzielles Kükenfutter umsteigen?

  • Ab Tag 5–7: Kommerziellen Kükenstarter (18–20 % Protein, mit oder ohne Kokzidiostatikum) als Hauptfutter einführen. Der Hausmix kann weiterhin täglich als Ergänzung bleiben.
  • Küken auf Boden oder draußen: Spätestens ab Woche 2 kommerziellen Starter mit Kokzidiostatikum – das Risiko einer Kokzidiose-Infektion steigt ab diesem Zeitpunkt stark an.
  • Küken in sauberem Brooder (Wärmekasten): Der Hausmix kann bis Woche 3 als primäres Futter reichen, wenn Wasser, Sauberkeit und Wärme stimmen.
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Kalzium & Magengrieß – die unterschätzten Extras

Kalzium für die Schale

Ein einzelnes Hühnerei enthält ca. 2 g reines Kalzium. Eine Henne, die 300 Eier pro Jahr legt, mobilisiert also 600 g Kalzium – ein erheblicher Teil davon aus dem eigenen Skelett, wenn das Futter nicht ausreicht. Kalziummangel ist eine der häufigsten Ursachen für Legenot.

  • Muschelkalk / Austernkalkschalen: Bestes Zusatz-Kalzium. Als freies Angebot neben das Futter stellen – Hühner nehmen so viel wie sie brauchen.
  • Gemahlene Eierschalen: Können zurückgegeben werden, wenn sie gut getrocknet und gemahlen sind. Nicht als ganzes Ei – sonst lernen sie Eier aufzupicken.
  • Legemehl reicht oft nicht: Bei sehr hoher Legeleistung oder im Sommer (wenn viel getrunken wird) kann trotz Legemehl Kalziummangel auftreten.

Zusammenhang Kalziummangel → Legenot: Legenot-Ratgeber →

Magengrieß – die Zähne des Huhns

Hühner haben keine Zähne. Die Nahrung wird im Muskelmagen (Gizzard) durch Steinchen zerrieben. Ohne ausreichend Magengrieß kann Futter nicht richtig verdaut werden.

  • Freilandhühner nehmen ausreichend Steinchen beim Picken auf – kein Zusatz nötig.
  • Stallhühner ohne Auslauf brauchen Magengrieß (grober Granit oder Flint) als freies Angebot.
  • Kieselgur im Sandbad hilft zusätzlich gegen Milben – ein doppelter Nutzen. Einstreu-Ratgeber →
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Fütterungsfehler und ihre Folgen

FehlerWas passiertLösung
Nur Körner fütternProteinmangel, schlechtes Federkleid, wenige EierAlleinfuttermittel als Basis
Legemehl an KükenNierenschäden durch KalziumüberschussKükenstarter bis 18 Wochen
Zu viele LeckereienÜbergewicht, Fettleber, weniger EierMax. 10–15 % der Ration
Kein Kalzium-ZusatzWeiche Schalen, Legenot, KnochenabbauMuschelkalk als freies Angebot
Futter nachts stehen lassenRatten, Mäuse, Schimmel im FutterAbends Tröge leeren oder sichern
Kein frisches WasserSofortiger Legestop, DehydrierungTäglich frisches Wasser prüfen
Schimmliges FutterMykotoxine – kann tödlich seinFutter regelmäßig prüfen, nie feuchte Lagerung
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Wasser ist wichtiger als Futter. Hennen die kein frisches Wasser haben, hören sofort auf zu legen. Schon nach einem halben Tag Wasserentzug bei Hitze können dauerhafte Schäden entstehen. Im Sommer zweimal täglich prüfen.
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Häufige Fragen zur Fütterung

Was fressen Hühner am liebsten?

Mehlwürmer, Hirse, Haferflocken, Mais, Tomaten, Kürbis und grünes Blattgemüse. Als Grundfutter brauchen sie aber ein ausgewogenes Alleinfuttermittel – Leckereien sollten maximal 10–15 % ausmachen.

Was darf Huhn auf keinen Fall fressen?

Avocado (alle Teile), Schokolade, rohe Bohnen, grüne Kartoffeln und Kartoffelkraut, große Mengen Zwiebeln und Knoblauch, Nachtschattengewächse, Salz in großen Mengen. Schimmliges Futter ist immer gefährlich.

Wie viel Futter braucht ein Huhn pro Tag?

Ca. 100–130 g Alleinfuttermittel. Bei Freilandhaltung mit gutem Bewuchs deutlich weniger Zukauf nötig, da Insekten und Gräser den Bedarf ergänzen.

Dürfen Hühner Brot essen?

Kleine Mengen trockenes Brot sind unproblematisch. Regelmäßig in großen Mengen nicht empfehlenswert – zu wenig Nährstoffe, macht satt ohne zu versorgen. Schimmliges Brot niemals.

Brauchen Hühner Kalzium extra?

Ja, besonders legende Hennen. Ein Ei enthält ca. 2 g Kalzium. Muschelkalk oder Austernkalkschalen als freies Angebot daneben stellen – Hühner regulieren die Aufnahme selbst.

Was ist der Unterschied zwischen Kükenstarter und Legemehl?

Kükenstarter hat höheres Protein (18–20%) und wenig Kalzium (0,8–1%). Legemehl hat mehr Kalzium (3–4%) und weniger Protein (15–16%). Falsch zuordnen schädigt Küken oder vermindert die Legeleistung der Hennen.

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Daniel Schwalb – Autor
Hobbyhalter seit über 10 Jahren · Praxiserfahrung mit Hühnergesundheit, Brut & Stallbau
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