Futtercheck · Obst & Steinobst

Dürfen Hühner
Aprikosen essen?

Ja – reifes Fruchtfleisch und saubere Schale sind als kleines saisonales Extra geeignet. Warum der harte Stein jedoch ausnahmslos entfernt werden muss, erfährst du hier.

Fruchtfleisch als ExtraStein strikt entfernenNur reif & frisch
Zum 20-Sekunden-Check ↓
Die kurze Antwort

Ja. Reifes Fruchtfleisch ohne Stein ist als kleines saisonales Extra geeignet.

Vollreife Aprikosen (in Österreich und Süddeutschland auch als Marillen bekannt) liefern Feuchtigkeit und Carotinoide an warmen Sommertagen. Wasche die Früchte, entferne den Stein vollständig und schneide das Fruchtfleisch grob an. Das vollwertige Alleinfutter bleibt stets die Hauptnahrung.

Das darf mit

Reifes, sauberes Fruchtfleisch und weiche Schale in kleinen Portionen.

So anbieten

Entsteint, gewaschen, halbiert oder grob gewürfelt. Roh ist vollkommen ausreichend.

Das bleibt draußen

Harte Steine, innere Kerne, gärendes Fallobst mit Wespen sowie gezuckerte Konserven.

Der kritische Qualitätscheck

Der Stein muss raus – Kerne sind giftig.

Aprikosen und Marillen sind weich und bekömmlich, bergen im Inneren jedoch konkrete Gefahren:

  • Blausäure-Gefahr im inneren Kern: Der weiche Samen im Inneren des harten Steins enthält Amygdalin, das bei Zerkleinerung toxische Blausäure (Cyanid) freisetzen kann.
  • Potenzielles Kropf- und Erstickungsrisiko: Ganze Aprikosensteine sind hart, holzig und unverdaulich. Um mechanische Blockaden im Kropf oder Schlucktrakt vorsorglich zu vermeiden, muss der Stein stets entfernt werden.
  • Wespen & Gärung bei Fallobst: Herabgefallene Früchte unter dem Baum ziehen im Sommer Wespen an und gären rasch. Fallobst täglich kontrollieren und faulige Früchte entsorgen.
Aprikose vorbereiten
Ist der Stein vollständig entfernt und die Frucht einwandfrei frisch?
Nein / Stein drin Erst entkernen!
Ja / Entsteint Grob zerkleinert füttern
Vorsichtige Praxisorientierung

Wie viel Aprikose passt für deine Herde?

Für Aprikosen existiert keine geprüfte Stückzahl pro Huhn. Entscheidend ist deshalb nicht ein scheinexakter Rechner, sondern die Ration: Das altersgerechte Alleinfutter muss vollständig aufgenommen werden. Aprikosenstücke kommen erst danach als kleine Abwechslung hinzu.

Praxischeck statt Scheingenauigkeit
Praktische Orientierung Wenige weiche Stücke

Nur so viel auslegen, wie die Herde zügig frisst. Reste entfernen – besonders bei Wärme. Der Stein wird vor dem Portionieren vollständig entfernt.

Frisch, getrocknet oder Fallobst?

So kommen Aprikosen sicher in den Auslauf

01

Halbiert & entsteint

Frucht mit dem Messer halbieren, Stein herausnehmen und Hälften mit der Schnittfläche nach oben hinlegen.

02

In groben Würfeln

Das Fruchtfleisch grob zerkleinern und breit verteilen, damit rangniedrige Hennen ohne Streit fressen können.

03

Fallobst absammeln

Täglich kontrollieren, auf Wespen prüfen und nur feste, saubere Früchte nach dem Entsteinen anbieten.

04

Trockenaprikosen prüfen

Durch den Wasserentzug sind Zucker und Energie stärker konzentriert. Gezuckerte, aromatisierte oder stark klebrige Ware bleibt draußen; frisches Fruchtfleisch ist die sinnvollere Wahl.

Aprikose ist nicht Aprikosenkern

Fruchtfleisch, Stein und Samen sauber unterscheiden

Bei der Aprikose liegen drei verschiedene Teile übereinander: außen das essbare Fruchtfleisch, darin die harte Steinschale und erst darin der eigentliche Samen. Die toxikologischen Bewertungen von BfR und EFSA beziehen sich auf diesen inneren Aprikosenkern. EFSA stellt ausdrücklich klar, dass normal verzehrtes Aprikosenfruchtfleisch davon nicht betroffen ist.

01

Fruchtfleisch

Nur vollreif, frisch riechend und ohne Schimmel verwenden. Druckstellen großzügig prüfen, weil weiche Aprikosen rasch verderben.

02

Harte Steinschale

Sie wird vor der Fütterung entfernt. Hühner sollen sie weder aufpicken noch im Ganzen aufnehmen.

03

Innerer Aprikosenkern

Er enthält Amygdalin, aus dem bei der Verdauung Cyanid entstehen kann. Für Hühner gibt es keine belastbare sichere Dosis – deshalb bleibt er vollständig draußen.

04

Marille

Marille ist lediglich die österreichische Bezeichnung für Aprikose. Für Schale, Stein und Fütterung gelten dieselben Regeln.

Realistisch eingeordnet

Was Aprikosen leisten – und was nicht

Passt gut als …

  • Wasserreiches Frischfutter an heißen Sommertagen
  • Gelegentliche Beschäftigung und Leckerli
  • Kleine Belohnung aus der Hand
  • Verwertung einwandfreier Gartenüberschüsse

Ersetzt keinesfalls …

  • Vollwertiges Legehennen-Alleinfutter
  • Kalk- & Mineralstoffversorgung (Muschelgrit)
  • Frisches, sauberes Trinkwasser
  • Medizinische Behandlungen bei Verdauungsproblemen
Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu Aprikosen & Marillen für Hühner

Dürfen Hühner rohe Aprikosen und Marillen essen?

Ja. Hühner dürfen reifes Fruchtfleisch und saubere Schale von frischen Aprikosen (Marillen) roh fressen. Der harte Stein muss vor dem Anbieten ausnahmslos entfernt werden.

Dürfen Hühner den Aprikosenstein oder Kern fressen?

Nein. Der innere Samen enthält Amygdalin, aus dem Blausäure (Cyanid) freigesetzt werden kann. Zudem ist der harte Stein unverdaulich und birgt ein potenzielles mechanisches Risiko für den Kropf.

Dürfen Hühner getrocknete Aprikosen essen?

Trockenaprikosen haben eine hohe Zucker- und Energiedichte und sind oft geschwefelt. Wenn überhaupt, kommen nur ungeschwefelte Früchte in winzigen Krümeln infrage. Notwendig sind sie für Hühner nicht.

Dürfen Hühner Fallobst von Aprikosenbäumen fressen?

Nur frisch herabgefallene, feste Früchte, die aufgesammelt, entsteint und auf Wespen kontrolliert werden. Gärendes, schimmeliges oder fauliges Fallobst darf nicht verfüttert werden.

Wie viele Aprikosen dürfen Hühner bekommen?

Eine belastbare Gramm- oder Stückzahl speziell für Hühner ist nicht veröffentlicht. Aprikose bleibt deshalb ein gelegentliches Extra: erst Alleinfutter, dann wenige entsteinte Stücke, die die Herde zeitnah aufnimmt.

Dürfen Küken Aprikosen fressen?

In den ersten Lebenswochen nicht. Küken benötigen ausschließlich vollwertiges Kükenalleinfutter. Später sind allenfalls winzige Probiermengen denkbar, sobald das Hauptfutter zuverlässig gefressen wird.

Fachlich & tierärztlich fundiert

Verwendete Quellen & Referenzen

Daniel Schwalb – Autor
Hobbyhalter seit über 10 Jahren · Praxiserfahrung mit Hühnergesundheit, Brut & Stallbau
→ Mehr über diese Seite Veröffentlicht: 22. August 2026 Aktualisiert: 28. August 2026