Australorp
Weltrekordlegerin mit Samtgefieder
364 Eier in 365 Tagen – das ist der offizielle Weltrekord des Australorp aus dem Jahr 1929. Heute ist er eine der beliebtesten Zweinutzungsrassen weltweit: ruhig, produktiv und mit spektakulärem schwarzem Glanzgefieder.
Steckbrief

Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA
| Merkmal | Info |
|---|---|
| Herkunft | Australien, Anfang 20. Jahrhundert (aus Black Orpington entwickelt) |
| Gewicht Hahn | 3,5 – 4,2 kg |
| Gewicht Henne | 2,7 – 3,2 kg |
| Eierfarbe | Hellbraun |
| Eier/Jahr | 200 – 280 |
| Eiergewicht | 55 – 70 g |
| Kamm | Einfachkamm |
| Besonderheit | Weltrekord 364 Eier in 365 Tagen (1929, offiziell) |
| Charakter | Ruhig, anpassungsfähig, zahm, fleißig |
| Haltungsform | Freilandhaltung ideal, auch Stallhaltung gut möglich |
Herkunft & Geschichte
Der Australorp entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in Australien. Britische Siedler hatten Black-Orpington-Hennen eingeführt – eine damals sehr populäre englische Rasse. Australische Züchter selektierten diese gezielt auf maximale Legeleistung statt auf das beim englischen Orpington übliche Schönheitsziel. Das Ergebnis: Ein schlanker, produktiverer Abkömmling.
1929 erlangte die Rasse Weltruhm durch einen offiziellen Legetest: Sechs australische Hennen legten im Durchschnitt 309,5 Eier in 365 Tagen – eine Einzelhenne legte sogar 364 Eier. Dieser Rekord wurde nicht durch Hybridhühner, sondern durch eine reinrassige Herde erbracht und gilt als einer der bemerkenswertesten in der Geschichte der Geflügelzucht.
Aussehen & Farbschläge
Der Australorp ist ein mittelgroßes bis großes Huhn mit tiefem, rundem Körper und leicht aufgerichtetem Schwanz. Die Körperhaltung ist aufrecht und selbstbewusst, das Erscheinungsbild kompakt und wohlproportioniert.
Das bekannteste und häufigste Merkmal ist das schwarze Glanzgefieder: Im Sonnenlicht schimmern die Federn in einem prachtvollen Grün und Blau – ein optisches Highlight, das den Australorp unverwechselbar macht. Die Federn liegen eng am Körper an und zeigen keinen Weichfederanteil.
Anerkannte Farbschläge
- Schwarz – häufigste und bekannteste Variante, grün-blauer Metallschimmer
- Weiß – seltener, reinweißes Gefieder
- Blau – blaugrau meliert, in Deutschland weniger verbreitet
Charakter & Wesen
Der Australorp vereint zwei Eigenschaften, die man selten zusammen findet: hohe Legeleistung und ruhiges, angenehmes Temperament. Er ist einer der umgänglichsten Vertreter unter den produktiven Hühnerrassen.
- ✓Ruhig und ausgeglichen – selten nervös oder aufgeschreckt, guter Charakter für Anfänger
- ✓Zahm und zutraulich – kommt auf Menschen zu, lässt sich gut anfassen
- ✓Anpassungsfähig – verträgt verschiedene Haltungsformen und Klimabedingungen
- ✓Herdenverträglich – selten Hackordnungsprobleme, gut mit anderen Rassen zu halten
- ✓Aktiver Futtersucher – erkundet den Auslauf gerne, ohne dabei nervös zu werden
Haltung & Pflege
Der Australorp ist eine unkomplizierte Rasse, die sich gut an verschiedene Haltungsformen anpasst. Er stellt keine besonderen Anforderungen.
Auslauf und Platz
Freilandhaltung ist bevorzugt – der Australorp ist ein aktiver Futtersucher, der seinen Auslauf gerne nutzt. Mindestens 4 m² pro Tier. Er ist auch bei Stallhaltung zufriedenstellend zu halten, sofern ausreichend Beschäftigung vorhanden ist.
Klima und Sommer
Das schwarze Gefieder absorbiert mehr Sonnenwärme als helle Gefiederfarben. Im Hochsommer sollte ausreichend Schatten und frisches Wasser vorhanden sein. Bei Kälte ist er gut abgehärtet.
Legeleistung & Weltrekord
Mit 200–280 hellbraunen Eiern pro Jahr ist der Australorp eine der produktivsten Zweinutzungsrassen. Die Legeleistung ist für eine schwere Rasse außergewöhnlich hoch.
| Kriterium | Wert |
|---|---|
| Eier/Jahr (Hobbybereich) | 200–280 |
| Weltrekord (1929) | 364 Eier in 365 Tagen (Einzelhenne) |
| Eiergewicht | 55–70 g |
| Eierfarbe | Hellbraun |
| Legereife | ca. 20–24 Wochen |
Eignung – für wen ist der Australorp geeignet?
- ✓Einsteiger – ruhig, anpassungsfähig, unkompliziert. Einer der besten Anfänger-Allrounder.
- ✓Selbstversorger – hohe Legeleistung für eine Zweinutzungsrasse, gutes Fleisch der Hähne.
- ✓Familien mit Kindern – ruhiger Charakter, zahm und wenig Fluchtreflex.
- ✓Freilandhaltung – aktiver Futtersucher, aber auch stallverträglich.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viele Eier legt ein Australorp pro Jahr?
Im Hobbybereich 200–280 hellbraune Eier – sehr gute Legeleistung für eine schwere Zweinutzungsrasse. Der offizielle Weltrekord von 1929: Eine Australorp-Henne legte 364 Eier in 365 Tagen. Hobbylinien erreichen diesen Extremwert nicht, sind aber für Selbstversorger sehr produktiv.
Ist der Australorp für Anfänger geeignet?
Sehr gut – einer der anfängerfreundlichsten Allrounder überhaupt. Ruhig, zahm, anpassungsfähig und robust. Stellt kaum Sonderanforderungen und verträgt sich gut mit anderen Rassen. Für produktive Einsteiger ohne Vorerfahrung eine ausgezeichnete Wahl.
Woher kommt der Name Australorp?
Der Name setzt sich aus Australia und Orpington zusammen. Die Rasse wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Australien aus importierten Black-Orpington-Hennen entwickelt – selektiert auf Legeleistung statt auf Schönheit wie beim englischen Original.
Welche Farben gibt es beim Australorp?
Am häufigsten Schwarz – mit prachtvollem grün-blauem Metallschimmer im Sonnenlicht. Außerdem anerkannt: Weiß und Blau (blaugrau meliert). In Deutschland sind schwarze Australorps am verbreitetsten.
Wird der Australorp eine Glucke?
Gelegentlich – öfter als reine Leichtleistungsrassen, seltener als Orpington oder Brahma. Für gezielte Naturbrut ist der Orpington besser geeignet. Als produktive Lege-Zweinutzungsrasse ohne häufiges Gluckenverhalten ist der Australorp sehr gut geeignet.
📅 Letzte Bearbeitung: 27. Juni 2026