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Leghorn
Die beste Weißeilegerin unter den Rassen

280–320 weiße Eier pro Jahr – mehr schafft keine andere reinrassige Henne. Der Leghorn ist die legende Maschine unter den Hühnerrassen: leicht, aktiv, flugfähig und extrem produktiv. Ideal für alle, die gezielt weiße Eier wollen.

280–320 weiße Eier/Jahr Leichtrasse Flugfähig Erfahrene Halter
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Steckbrief

Leghorn-Huhn, Foto: Wikimedia Commons

Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA

MerkmalInfo
HerkunftItalien (Livorno), in den USA zur modernen Legerasse entwickelt
Gewicht Hahn2,5 – 3,0 kg
Gewicht Henne1,8 – 2,2 kg
EierfarbeWeiß
Eier/Jahr280 – 320
Eiergewicht55 – 65 g
KammGroßer Einfachkamm (Frostgefahr!)
BesonderheitEinzige verbreitete Rasse in Deutschland mit weißen Eiern
CharakterAktiv, lebhaft, scheu, flugfähig, selbstständig
HaltungsformFreilandhaltung mit hohem sicherem Zaun (mind. 1,8 m)
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Herkunft & Geschichte

Der Name "Leghorn" ist die englische Bezeichnung für die italienische Hafenstadt Livorno. Von dort wurden im 19. Jahrhundert Hühner in die USA exportiert – leichte, produktive Tiere, die die amerikanischen Züchter begeisterten. Amerikanische Selektionszucht über Jahrzehnte verwandelte den ursprünglichen Livorno-Landhuhn in die hochproduktive Rasse, die wir heute als Leghorn kennen.

Im 20. Jahrhundert wurde der Leghorn zur dominanten Rasse in der kommerziellen Eierproduktion weltweit. Weiße Hühner, weiße Eier, minimaler Futterverbrauch pro Ei – das war das wirtschaftliche Ideal. Heute ist der weiße Leghorntyp die genetische Grundlage eines Großteils der industriellen Legehennenhaltung.

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Im Hobbybereich wird der Leghorn vor allem von Haltern gehalten, die gezielt weiße Eier wollen. In Deutschland ist das selten – wer keine Präferenz für Eierfarbe hat, greift meist zu brauneierlegenden Rassen.
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Aussehen & Farbschläge

Der Leghorn ist eine leichte, schlanke Rasse mit aufrechter Körperhaltung und lebhaftem Erscheinungsbild. Der Körperbau ist schlank und kompakt – sehr verschieden vom Körperbau schwerer Rassen wie Brahma oder Orpington.

Das auffälligste Merkmal des weißen Leghorn ist der große, nach vorne fallende Einfachkamm der Hennen – ein unverwechselbares optisches Kennzeichen. Bei Hähnen steht der Kamm aufrecht. Die Ohrscheiben sind weiß, Kamm und Kehllappen leuchtend rot.

Wichtigste Farbschläge

  • Weiß – bekanntester und häufigster Farbschlag, reinweißes Gefieder
  • Braun – warmes Kastanienbraun mit schwarzen Abzeichen
  • Schwarz – seltener, reinschwarzes Gefieder
  • Exchequer – schwarz-weiß gescheckt, dekorativ
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Charakter & Wesen

Der Leghorn ist das Gegenteil eines Kuschelhuhns. Er ist lebhaft, aktiv, scheu und sehr selbstständig. Wer ein zahmes Tier zum Anfassen sucht, sollte eine andere Rasse wählen.

  • Extrem aktiv – erkundet ständig sein Territorium, immer in Bewegung
  • Hervorragender Futtersucher – findet auf der Weide einen Großteil seines Futters selbst
  • Stressresistent – hält auch in größeren Herden stabile Legeleistung
  • Scheu und flüchtig – erschrickt leicht, lässt sich kaum anfassen
  • Flugfähig – überwindet normale Hühnernetzzäune problemlos
  • Kaum handhabbar – Gesundheitschecks und Behandlungen sind aufwändiger als bei ruhigen Rassen
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Haltung & Pflege

Der Leghorn braucht vor allem eines: ausreichend Platz und einen sicheren, hohen Zaun. Er ist ein Freilandspezialist – in beengtem Stallraum wird er unruhig und die Legeleistung leidet.

Zaun und Auslauf

Mindestens 1,8–2,0 m hoher Zaun – besser ein überdachter Auslauf. Der Leghorn kann gut fliegen und überwindet normale Hühnernetzzäune ohne Probleme. Mit überdachtem Auslauf ist er sicher zu halten. Auslaufgröße: mindestens 6–8 m² pro Tier, gerne mehr.

Winter

Der große Einfachkamm des Hahns ist frostgefährdet. Bei starkem Frost (unter −8 °C) Vaseline auf Kamm und Kehllappen auftragen. Hennen mit dem charakteristisch nach vorne geneigten Kamm sind etwas weniger gefährdet, aber bei extremem Frost ebenfalls schützen.

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Zaun-Pflicht: Wer den Leghorn ohne überdachten Auslauf oder ausreichend hohen Zaun hält, riskiert permanente Entweichungsversuche. Mindestens 1,8 m Zaunhöhe ist keine Empfehlung, sondern Notwendigkeit.
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Legeleistung – das Alleinstellungsmerkmal

280–320 weiße Eier pro Jahr – das ist die Spitzenleistung des Leghorn und sein wichtigstes Alleinstellungsmerkmal unter den Rassen. Nur Hybridlegerinnen übertreffen diese Zahlen.

VergleichEier/JahrEierfarbe
Leghorn280–320Weiß
Sussex (Leistungslinie)230–260Creme/Hellbraun
Rhode Island Red200–280Braun
Australorp200–280Hellbraun
Hybridlegerin (zum Vergleich)300–330Braun
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Die hohe Legeleistung bedeutet auch: Der Körper des Leghorns verschleißt schneller. Lebenswerwartung im Hobbybereich oft nur 4–6 Jahre – deutlich kürzer als schwere Rassen mit 7–9 Jahren.
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Eignung – für wen ist der Leghorn geeignet?

  • Weiße Eier gezielt gewünscht – einzige verbreitete Rasse in Deutschland mit weißen Eiern.
  • Maximale Legeleistung – wer so viele Eier wie möglich will ohne Hybridhühner zu halten.
  • Erfahrene Halter – mit Hühnererfahrung und überdachtem oder hochgezäuntem Auslauf.
  • Nicht für Einsteiger – zu scheu, zu flugfähig, zu wenig handhabbar für Anfänger.
  • Nicht für kleine Kinder – kein Schmusehuhn, erschrickt leicht, lässt sich nicht anfassen.
  • Nicht für kleine Ställe – braucht Platz und hohe Sicherheitszäune.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum legt der Leghorn weiße Eier?

Die Eierfarbe ist genetisch bestimmt. Leghornhennen tragen keine Pigmentgene für braune Eier – weißes Gefieder korreliert bei Hühnern meist mit weißen Eiern. Beim Leghorn ist diese Eigenschaft seit Generationen auf Produktivität selektiert, sodass er heute die zuverlässigste Quelle weißer Eier unter den reinrassigen Hühnern ist.

Wie viele Eier legt ein Leghorn pro Jahr?

280–320 weiße Eier – Spitzenklasse unter den reinrassigen Rassen. Nur spezialisierte Hybridlegerinnen (Lohmann Brown, ISA Brown) legen mehr. Die Eier sind mittelgroß (55–65 g) und reinweiß. Die hohe Leistung geht auf Kosten der Lebenserwartung: Leghornhennen leben oft nur 4–6 Jahre.

Ist der Leghorn für Anfänger geeignet?

Bedingt – eher nein für echte Einsteiger. Der Leghorn ist scheu, aktiv und flugfähig. Er lässt sich kaum anfassen, erschrickt leicht und braucht hohe Sicherheitszäune. Für Anfänger sind Orpington, Brahma oder Australorp deutlich besser geeignet. Erfahrene Halter mit überdachtem Auslauf kommen mit dem Leghorn sehr gut zurecht.

Welche Farben gibt es beim Leghorn?

Am häufigsten Weiß – in Deutschland und international. Außerdem anerkannt: Braun, Schwarz und Exchequer (schwarz-weiß gescheckt). In Deutschland ist der weiße Leghorn mit Abstand am verbreitetsten.

Wie hoch muss der Zaun für Leghorn sein?

Mindestens 1,8–2,0 m – besser ein überdachter Auslauf. Der Leghorn ist eine Leichtrasse mit gut entwickelten Flugmuskeln und überwindet normale Hühnernetzzäune von 1,2–1,5 m ohne Probleme. Wer keinen überdachten Auslauf hat, muss deutlich mehr in die Einzäunung investieren als bei schweren Rassen.

📅 Letzte Bearbeitung: 27. Juni 2026